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Das verdächtige Saxophon - "Entartete Musik" im NS-Staat

Eine kommentierte Rekonstruktion zur Düsseldorfer Ausstellung von 1938.

Auf die Bücherverbrennungen von 1933 und die Vertreibung und Inhaftierung kritischer Künstler folgte 1937 die Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“. In der Musik ließ sich „Zersetzung“ weniger leicht feststellen. Dennoch wurde im Mai 1938 bei den „Reichsmusiktagen“ in Düsseldorf eine Ausstellung „Entartete Musik“ gezeigt. Wie die Münchner Schau stellte sie „Undeutsches“ an den Pranger und stufte jüdische Operetten und Schlagerkomponisten, atonale Werke und den Jazz als „artfremd“ ein.

Fünfzig Jahre später haben Peter Girth (Düsseldorfer Symphoniker) und Albrecht Dümling (Berlin) in einer kommentierten Rekonstruktion der NS-Schau an die fatale Reglementierung des Musiklebens erinnert. Im Auftrag der Stiftung Berliner Philharmoniker und der Tonhalle Düsseldorf entstand 2007 diese Neufassung unter dem Titel „Das verdächtige Saxophon. 'Entartete Musik' im NS-Staat". 

 

Das Plakat zur Ausstellung zeigt das Titelblatt der Broschüre von 1938: Ein schwarzer Jazzmusiker, Titelfigur der Oper „Jonny spielt auf“ von Ernst Krenek, galt dabei als Symbol von „Entartung“; der Judenstern im Knopfloch diente zusätzlicher rassischer Diffamierung.

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